3.11.2011 | Mittelrhein

Welterbe-Gastgeber setzen auf seltene und spezielle frucht: die Elsbeere

Ein tolles Obstprodukt verarbeiten derzeit die Welterbe-Gastgeber in ihren Küchen – die Elsbeere. Sie ist nicht nur die Frucht des Baums des Jahres, sondern ein wichtiger Vitaminlieferant mit viel Potenzial. Vor 20 Jahren stimmten Bopparder Politiker zu, seltene Baumarten im Stadtwald anzupflanzen. Die tragen jetzt reichlich Früchte. Eine frühe Blüte, ausreichender Wind für die Besamung und keine späten Nachtfröste – von geradezu idealen Verhältnissen sprach Forstamtsleiter Dr. Gerd Loskant, als er die Welterbe-Gastgeber im Bopparder Stadtwald einlud, die Elsbeere in der Natur zu bewundern. „Der Geschmack ist wunderbar, der Kern schmeckt nach Mandel“, lautet das Urteil der Gastronomen, die die Beere ab sofort verarbeiten.

Die Resonanz auf die ersten Variationen war positiv. Orangen-Elsbeeren-Marmelade, Pastete vom Hirsch mit Zartbitterschokolade, Lebkuchen und Elsbeeren an einer Reduktion von Rotwein mit der Frucht, oder Ziegenkäse im Brickteigmantel auf Hafergebäck mit Pumpernickel und Elsbeere. Ihre Welterbemenüs wollen die 17 Gastgeber mit der heimischen Elsbeere aufpeppen, denn regionale Produkte sind Trumpf.

Und was passt besser in die Herbstzeit als Wildschweinbraten mit Elsbeeren oder ein Chutney mit Birnen? Wie wäre es mal mit Elsbeerensenf oder Elsbeere als Confit, Sorbet oder Ragout? Die Elsbeere ist vielfältig verwendbar und dem Ideenreichtum der Küchenchefs sind keine Grenzen gesetzt.

Nur die Ernte ist limitiert. Rund 300 Kilogramm hat das Bopparder Forstamt an verschiedenen Standorten aufwendig ernten können. Die Bäume im Alter von 15 bis 20 Jahren tragen jetzt die ersten Früchte, die in den Küchen der Welterbe-Gastgeber erstmals verarbeitet werden.

Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Freitag, 28. Oktober 2011, Seite 19

Foto und Text: Suzanne Breitbach